Atemschutzfiltergeräte setzen sich aus dem Atemanschluss und der Filtereinheit zusammen. Die Filtereinheit kann aus einem oder mehreren Filtern mit oder ohne Zubehör, z.B. Gebläse, bestehen. Das Schutzziel ist es den Träger des Atemschutzgerätes mit Atemluft zu versorgen wobei Schadstoffe durch einen Gas-, Partikel- oder Kombinationsfilter entfernt werden.
Filtergeräte schützen nicht bei Sauerstoffmangel!
Voraussetzung für die Verwendung von Filtergeräten sind mindestens 17 % Sauerstoff in der Umgebungsatmosphäre. Bei der Verwendung von CO-Filtern und bei Arbeiten in besonderen Bereichen müssen mindestens 19 % Sauerstoff in der Umgebungsatmosphäre vorhanden sein.
Bei unbekannter Umgebungsatmosphäre dürfen Filtergeräte nicht benutzt
werden. Sind Art oder Konzentration der Schadstoffe unbekannt, oder besteht Zweifel ob Filtergeräte ausreichenden Schutz bieten, müssen Isoliergeräte verwendet werden.
Filterklassifizierung
Atemschutzfilter werden nach ihrem Partikeldurchlässigkeit bzw. Gasaufnahmevermögen in drei Gruppenn unterteilt:
• Partikelfilter
• Gasfilter
• Kombinationsfilter
Ein Partikelfilter schützt nicht gegen Gase und ein Gasfilter nicht gegen Partikel. Wird Schutz gegen Gase und Dämpfe gefordert, werden Gasfilter, und beim Schutz gegen Partikel werden Partikelfilter eingesetzt. Treten beiden Risiken gemeinsam auf, so wird ein Kombinationsfilter eingesetzt.
Partikelfilter
Partikelfilter werden gegen feste und flüssige Aerosole wie z.B. Staub, Rauch oder Nebel eingesetzt und entsprechend ihrer Filtration in die folgenden Filterklassen eingeteilt:
P2 und P3 Partikelfilter dürfen zusätzlich gegen krebserzeugende Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppen 2 und 3 eingesetzt werden. P3 Partikelfilter dürfen darüber hinaus gegen Partikel radioaktiver Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 verwendet werden.
Üblicherweise steigt der Atemwiderstand und damit die Belastung des Anwenders mit der höheren Filterklasse.
Diese Filterart ist durch den Kennbuchstaben P, die Filterklasse 1, 2, oder 3 und die Kennfarbe Weiß gekennzeichnet.
Gasfilter
Gasfilter werden in Filtertypen nach ihrem Hauptanwendungsbereich und in Klassen nach ihrer Leistung unterteilt. Im Gegensatz zu Partikelfilterklassen bieten die höheren Gasfilterklassen keinen höheren Schutz, sondern ermöglichen die Anwendung bei höhere Gaskonzentrationen als die niedrigeren Klassen.
Einsatzgrenzen bezogen auf die Gaskonzentration sind in der folgenden Tabelle enthalten:
Klasse
Max.-Gaskonzentration
1
< 0,1 % Vol.
2
< 0,5 % Vol.
3
< 1,0 % Vol.
Gasfiltertypen werden mit einem Kennbuchstaben, Filterklasse und Kennfarben gekennzeichnet.
Beispiel: A2 - Die Buchstabe "A" bezeichnet den Filtertyp wobei die Ziffer 2 die maximale Gaskonzentration angibt.
Über den einzelnen Filtertyp hinaus gibt es auch Mehrbereichsfilter wie z.B. der ABEK-Filter. Solche Filter müssen die Anforderungen für jeden einzelnen Gasfilter der angegebenen Gasfilterklassen erfüllen.
Kombinationsfilter
Kombinationsfilter sind Filter zum Schutz vor Gasen, Dämpfen und Partikeln. Sie bestehen aus einem Gasfilter und einem vorgeschalteten Partikelfilter und sind als Gasfilter und als Partikelfilter gekennzeichnet.
Beispiele: A2B2P3, A2B2E2K1P3, ABEK1 P3
Spezialfilter: CO, Hg, und NO-Filter werden meistens in Kombination mit anderen Gasfiltern und Partikelfiltern verwendet.