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Norm EN 374

Schutzhandschuhe gegen chemische und bakteriologische Risiken

Die seit 2004 geänderte Norm unterscheidet zwischen vollwertigem und einfachem Chemikalienschutz.
Kennzeichnung einfacher Chemikalienschutzhandschuhe

Unter einfachen Chemikalienschutzhandschuhen werden Handschuhe einsortiert, die zwar wasserdicht sind, aber nur einen geringen Schutz gegen chemischen Gefahren bieten. Diese Handschuhe sind erkennbar durch die Kennzeichnung mit dem "Wasserbecher" Piktogramm.
Kennzeichnung vollwertiger Chemikalienschutzhandschuhe

Vollwertige Handschuhe müssen bei 3 der unten aufgeführten Prüfchemikalien mindestens den Permeationslevel 2 erreichen.

Buchstabe Chemikalie Klasse
A Methanol Primäralkohol
B Aceton Keton
C Acetonitril Nitrilverbindung
D Dichlormethan Chloriertes Paraffin
E Schwefelkohlenstoff Schwefel mit organischer Verbindung
F Toluen Aromatischer Kohlenwasserstoff
G Diethylamin Amin
H Tetrahydrofuran Heterozyklisch und Etherverbindung
I Ethylacetat Ester
J n-Heptan Grenzkohlenwasserstoff
K Natriumhydroxid 40% Anorganische Base
L Schwefelsäure 96% Anorganische Mineralsäure


Permeation bedeutet das Durchdringen des Handschuhmaterials durch die Chemikalie ohne sichtbare Spuren. Dieser Vorgang beginnt beim ersten Kontakt der Chemikalie mit den Handschuhen.

Zeitraum bis zum Durchbruch der Chemikalie

Level
Permeationszeit
1
> 10 min.
2
> 30 min.
3
> 60 min.
4
> 120 min.
5
> 240 min.
6
> 480 min.


AQL - annehmbares Qualitätsniveau (engl. Acceptable Quality Level)

Ein weiteres Kriterium für Chemikalienschutzhandschuhe und Einmalhandschuhe allgemein ist die Penetration oder, einfacher ausgedrückt, das Vorhandensein mikroskopisch kleiner Löcher. Die Güte wird als AQL-Wert beschrieben. Der dazugehörige Wert (4,0; 1,5 oder 0,65) gibt Auskunft darüber, wie viele Handschuhe einer Prüfmenge Fehler aufgewiesen haben. Der heute übliche AQL Wert (1,5) besagt dass in 100 Prüfeinheiten weniger als 1,5 Fehler aufgetaucht sind.

Level
AQL
1
4,0
2
1,5
3
0,65


Es wird empfohlen, kontaminierte Schutzhandschuhe am Ende der Arbeitsschicht zu entsorgen.

Die Auswahl der richtigen Schutzhandschuhe muss mittels einer Gefährdungsanalyse erfolgen. Die max. 3 auf den Handschuhen erkennbaren Prüfchemikalien geben nur beschränkt Auskunft über die Leistungsfähigkeit.

Es kann sinnvoll sein, einfache Chemikalienschutzhandschuhe einzusetzen, so wie es z. B. in Laborbereichen durchaus üblich ist. Einsatzgebiete sind Probenentnahme, Klebearbeiten oder der Umgang mit schnelltrocknenden Aerosolen. Hier ist sichergestellt, dass am Ende des Arbeitsvorgangs oder bei Kontamination die Handschuhe umgehend entsorgt werden. Das bedeutet einen sehr großen Sicherheitsgewinn und ist auch wirtschaftlich sinnvoll.

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